STOPPING – Wie man die Welt anhält – Wege zur Meditation

Bei Filmen „über“ Meditation mag man ja geteilter Meinung sein. Mich machen solche Dokumentationen, in denen Menschen auf ihrem Weg begleitet werden auf jeden Fall neugierig. So war ich gestern Nachmittag im Kino und habe mir STOPPING – Wie man die Welt anhält angesehen.

stopping-meditation-film

STOPPING… ist also ein Film über Meditation, ihre Formen und Praxis. Er begleitet vier ziemlich „normale“ Menschen, zwischen Berlin und London, die im Alltag stark gefordert sind und deshalb die Stille und Ruhe der Meditation suchen. Im Rückzug auf sich selbst, in der Fokussierung auf das Elementare wollen sie die Kraft für ihren Alltag finden.

Da ist z.B. Friedrich, ein Anästhesiearzt aus Berlin. Er reist ins Allgäu und lernt im Buddha-Haus Vipassana-Meditation kennen. Dorothea, eine Lektorin in einem wissenschaftlichen Verlag, nimmt in London an einem achtwöchigen MBSR Kurs teil – eine Achtsamkeitsmeditation zur Reduktion von Stress. Uta, Mutter dreier Kinder, möchte gelassener mit ihren Kindern umgehen. Durch die anthroposophische Meditation entdeckt sie das Lebendige im Alltag. Nico, ein Theologe besucht ein Zen-Sesshin im Kloster Schönböken nördlich von Lübeck. Dort übt er Zazen, die Praxis des stillen Sitzens.

Im Film kommen u.a. Bahnte Nyanabodhi, Dr. Paul H. Köppler, Fred von Almen, Agnes Hardorp und Thomas Mayer, Ludger Tenryu Tenbreul, Marie Mannschatz und Pater Anselm Grün zu Wort. Das Schöne ist die grosse Einfachheit, die alle als Basis, als Wesen der Meditation beschreiben.

Die Vorstellungen und Wünsche von Meditationsanfängern oder auch Erfahrungsberichte anderer Meditierender finde ich immer wieder spannend. Interessant war u.a. eine Äußerung von Friedrich aus Berlin zu Beginn des Films. Auf dem Weg zur Vipassana-Meditation im Buddha-Haus sorgte er sich, ob der Kurs zu viele Fragen aufwerfen könnte, ob die Meditation sein ganzen Leben in Frage stellen könnte. Seine Antwort, ob er das wolle, lautete eindeutig „Nein“.

Hierzu fiel mir eine Ausspruch des Zen-Meisters Roland Yuno Rech ein, der darauf drängt, die wahre Dimension des Zazen (Meditation) zu entdecken. Er sagt, „Es gibt das Dharma des Samsara und es gibt das Dharma des Nirvana. Im Dharma des Samsara geht es uns immer noch um das persönliche Wohlbefinden und einen eigennützigen Zweck der Meditation. Doch dieses Wohlergehen ist zerbrechlich, begrenzt, der Unbeständigkeit ausgesetzt und hängt von der Zusammenkunft der Umstände ab. Das Dharma des Nirvana ist die Suche nach einer tiefen Befreiung aus dem Samsara. Dieses Dharma ermöglicht es, uns von den Drei Giften zu befreien“.

Ich glaube, jede Motivation ist gut, um sich auf den Weg der Meditation zu machen. Fast jede/r beginnt die Suche aus einer Not heraus, ist vielleicht am Ende eines anderen Weges angekommen, ist gestresst, hat ein Bedürfnis nach Ruhe und möchte zunächst einmal, dass wieder mehr Leichtigkeit ins Leben tritt. Und vielleicht stellt sich zu einem späteren Zeitpunkt die Frage nach dem nächsten Schritt, der dann eine wahre innere Revolution sein kann…

Weitere Infos zum Film und Spielorten in Deiner Nähe gibt´s hier.

Hier gibt es außerdem einen Trailer zu sehen.