Durch heilsame Sprache achtsam sein – Ein Gespräch mit Bhante Batuwangala Samiddhi

Seit mittlerweile 5 Jahren besteht das Samadhi Meditationszentrum auf dem Venusberg in Bonn-Ippendorf. Geleitet wird es von Bhante Batuwangala Samiddhi, einem buddhistischen Theravada-Mönch, Lehrer und Autor.

3 schätze: Lieber Samiddhi, ich freue mich, dass wir angesichts Eures Jubiläums und dem Erscheinen Deines neuen Buchs „Durch heilsame Sprache achtsam sein“ dieses kleine Interview führen können. Bitte erzähle uns doch kurz etwas zu Deiner Person und wie Du hier nach Deutschland gekommen bist.

Bhante Samiddhi: Im Jahr 2012 bin ich nach Deutschland gekommen um hier zu studieren. Ich stamme aus Sri Lanka und wurde dort im Alter von 10 Jahren auf eigenen Wunsch in die Gemeinschaft der Mönche (Sangha) aufgenommen. Nach meiner Grundausbildung in der Schule für Mönche studierte ich u.a. an der Universität Colombo. 2010 schloss ich mein Masterstudium ab. Bereits im Jahr 2013 habe ich dann den Samadhi Buddhistischen Verein e.V. in Bonn gegründet. 2014 folgte die Eröffnung des Samadhi Buddhistischen Meditationszentrums in Bonn-Ippendorf.

3 schätze: Im Samadhi Meditationszentrum bietest Du eine Reihe von Formaten an, wie Vipassana Meditation, Achtsamkeitswochenenden, Chanting/Rezitation und natürlich grundlegende Einführungen in die buddhistische Meditation. Gleichzeitig können sich Menschen mit persönlichen Fragestellungen an Dich wenden, z.B. Fragen zur Meditation, Beratung zu den Herausforderungen des Alltags sowie Beratung zu spirituellen Fragen. Somit wirkst Du auch als eine Art Seelsorger, oder?

Bhante Samiddhi: Das ist richtig. Ein Teil meiner Arbeit besteht darin, Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags und praktischen Lebensfragen zu unterstützen. Des weiteren biete ich Beratung zu Spiritualität und Philosophie an. Diese Verknüpfung erweist sich häufig als äußerst hilfreich, weil sie Geist und Körper verbindet. Letztlich geht es darum, Menschen in die Lage zu versetzen, ihre Gedanken und Gefühle zu meistern, Leid zu lindern sowie Unglück in Glück zu verwandeln. Daher stellte der Buddha häufig diese Frage: „Jeder ist seine eigene Zuflucht, wer sonst könnte die Zuflucht sein?“

3 schätze: Du hast mittlerweile einige Artikel für Magazine und Zeitungen verfasst und und bist Autor mehrerer wissenschaftlicher Bücher. Am 06.10.2019 erscheint nun Dein neues Buch „Durch heilsame Sprache achtsam sein„, aus dem Du während Eurer Jubiläumsfeier auch vorlesen wirst. Bitte erkläre uns, was Dich inspiriert hat, dieses Buch zu schreiben und worum es in Deinem Buch geht?

Bhante Samiddhi: Dies ist das erste Buch auf Deutsch von mir. Es geht um das Thema „Rezitation“. Gemäß buddhistischer Tradition rezitieren wir vor der Meditation einige Lehrreden des Buddha auf Pali. Häufig fragen mich die Teilnehmer dann, warum wir rezitieren, welche Wirkung es gibt, und ob sie alle Achtsamkeitsübungen auch im Alltag praktizieren sollen. Daher habe ich lange darüber nachgedacht, wie ich all diese Fragen am besten beantworten kann. Bei der Rezitation beruhigen wir den Geist durch den gleichmäßigen Rhythmus. Die Gedanken kommen zur Ruhe und auch der Körper entspannt sich. Dadurch gelingt es, die Bedeutung der Worte zu verstehen und ihren Inhalt zu vertiefen. In diesem Buch wurden die Inhalte der Rezitationstexte in moderne Sprache übersetzt und kommentiert. Das Buch konzentriert sich nur auf die Grundlage der Lehre, wie sie in den verschiedenen Versen vorkommt.

3 schätze: Unter Deiner Leitung engagiert sich das Samadhi Meditationszentrum auch auf kultureller und sozialer Ebene sowie im Bereich des Umweltschutzes. Kannst Du hier ein paar Beispiele Eurer Aktivitäten nennen?

Bhante Samiddhi: Im Einklang mit der buddhistischen Lebensweise, lehren wir wie wir friedvoll, in Balance mit uns und unserer Umwelt, spirituell sowie materiell reich und glücklich leben können. Es gibt eine ganze Reihe buddhistischer Traditionen, wie z.B. das Vesak-Fest oder die Kathina-Zeremonie, bei der gute Eigenschaften, wie z.B. Großzügigkeit oder Dankbarkeit ausgedrückt werden können. Natürlich beschäftigen wir uns auch mit Krisen und Umweltproblemen. Unser Verein setzt sich dafür ein, mehr Umweltbewusstsein zu schaffen und den Schutz der Umwelt zu fördern. Dies geschieht durch unsere Meditationen, in Gesprächen und Diskussionen, durch Publikationen und durch das Pflanzen von Bäumen. Ferner betrachten wir es als unsere Aufgabe mit Hilfe von Mitgefühl und liebender Güte, den sozialen Frieden zu fördern und zu bewahren. Samadhi setzt sich für ein friedvolles Miteinander ein und arbeitet auch in diesem Sinne mit anderen Organisationen zusammen.

3 schätze: Du bist mit dem Samadhi Meditationszentrum auch Teil des Netzwerk Buddhismus Bonn. Wie funktioniert da die Zusammenarbeit und was sind Eure gemeinsamen Projekte?

Bhante Samiddhi: In den letzten drei Jahren sind wir im buddhistischen Netzwerk stärker zusammengewachsen. Wir haben uns persönlich kennengelernt, gemeinsam das Vesak-Fest gefeiert oder uns bei anderen Gelegenheiten getroffen und ausgetauscht. Wir sind sehr zuversichtlich, dies durch neue Konzepte weiterzuentwickeln und zu vertiefen.

3 schätze: Herzlichen Dank für das Interview…

 

Kontakt:

Samadhi Buddhistischer Verein e.V. Bonn
Gierolstraße 7
53127 Bonn
Tel.: 0228 92679138
www.samadhi-meditation.org

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